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Bußgeldkatalog drastisch verschärft – Verkehrswacht ehrt unfallfreie Fahrer und langjährige Mitglieder

Pocking. Der Führerschein ist künftig schneller weg als manch forscher Fahrer glaubt. Das Punktesystem wurde geändert, der Bußgeld-Katalog überarbeitet. "Künftig kassiert der Staat drastisch hohe Strafen", sagt Jörg Witkowski, Fahrlehrer und zugleich dritter Vorsitzender der Deutschen Verkehrswacht in Stadt und Landkreis Passau.

Als Bußgeld-Spitzenreiter deklarierte der Fahrlehrer das unerlaubte Benutzen einer Rettungsgasse sowie das Nichtbilden einer Rettungsgasse (200 bis 320 Euro, ein Monat Fahrverbot, zwei Punkte). Wer das zulässige Tempo um mehr als 21 Kilometer pro Stunde überschreitet (früher mehr als 30), bekommt ein Fahrverbot. Wer innerorts das zulässige Tempo um 21 bis 25 km/h überschreite, muss 80 Euro zahlen und bekommt zwei Punkte aufgebrummt. Außerorts muss man für dieselbe Überschreitung 70 Euro berappen und es wird ein Punkt in Flensburg vermerkt. Außerdem muss man für einen Monat den Führerschein abgeben.

"Der neue Bußgeldkatalog nimmt vor allem Tempoüberschreitungen ins Visier", interpretierte Witkowski die markante Strafverschärfung. Aber auch Radfahrer sollen dadurch künftig im Straßenverkehr deutlich besser geschützt werden.

"Die meisten Unfälle passieren nicht auf Autobahnen oder Schnellstraßen, sondern an Kreuzungen, weil dort oft Radfahrer oder Fußgänger durch den Toten-Winkeleffekt des Kfz-Spiegels übersehen werden", sagte Witkowski. Einen Punkt kassieren die Fahrer von Fahrzeugen mit mehr als 3,5 Tonnen, wenn sie rechts abbiegen und dabei bei 4 bis 7 beziehungsweise maximal 11 km/h Radfahrer oder Fußgänger gefährden.

Weitere Änderungen im Straßenverkehrsrecht betreffen das "verbotswidrige Parken auf einem Geh- und Radweg" oder auf einem Schutzstreifen beziehungsweise "in zweiter Reihe". Hier steige das Bußgeld sogar markant von 15 auf 100 Euro. Das "Nichtfreihalten von Gehwegen" koste neuerdings 100 statt früher bescheidene 25 Euro. Der Mindestabstand zu Fahrrädern, Fußgängern und "Elektrokleinstfahrzeugen" (E-Scootern) muss innerorts mindestens eineinhalb und außerorts wenigstens zwei Meter betragen. Das Bußgeld für das Parken auf ausgewiesenen Schwerbehindertenparkplätzen steige von bislang 35 auf nunmehr 55 Euro. Zusätzlich eingeführt sei laut DVW-Referent auch das unberechtigte Parken auf Plätzen, die Elektrofahrzeugen vorbehalten seine: Kostenpunkt 55 Euro.

"In diesem Zusammenhang werden auch neue Beschilderungen eingeführt", sagte der Fahrlehrer. Kommunen können nun Fahrradzonen einrichten, die die bauliche Voraussetzungen erfüllen müssten. Dort gelte für alle Verkehrsteilnehmer maximal Tempo 30. Radfahrer dürften in diesen Zonen weder gefährdet noch behindert werden. Zudem seien in diesen Bereichen "Elektrokleinstfahrzeuge" zulässig, was in der Praxis aber wohl eher ein Projekt der größeren Städte bleiben" werde.

Als ebenfalls "neu eingeführt, aber noch gewöhnungsbedürftig", betrachtete Jörg Witkowski die Beschilderung, bei der "einspurige Fahrzeuge wie Fahr- und Krafträder" nicht überholt werden dürften. Fortan ist das Parken vor Kreuzungen im Zonen-Bereich von acht Metern untersagt.

Die Zahl der Unfälle steige, bei denen Fahrer durch das Bedienen des Navigationsgeräts oder des Mobiltelefons abgelenkt gewesen sind. Das Mobiltelefon sollte vor oder nach der Fahrt benutzt werden.

Kostenlos sei für Fahranfänger ein Sicherheitstraining, erinnerte der DVW-Kreisgeschäftsführer Ottmar Bauer aus Pocking an ein zielorientiertes Gratisangebot.

Treue-Urkunden überreichte der DVW-Geschäftsführer den langjährigen Mitgliedern Hans Würmüller (Kirchham/30 Jahre) sowie Hans Rieder (Pattenham/50). Für unfallfreies Fahren über 40 Jahre hinweg überreichte Ottmar Bauer die Ehrungsurkunde "Gold mit Eichenkranz" an Marion Bründl (Tettenweis) und Ulrike Graßl (Ruhstorf). Mit dem "goldenen Lorbeerblatt" wurden Sebastian Ernst (Ortenburg), Manfred Gambs, Otto Reindl (beide Bad Füssing) sowie Michael Protze (Pocking/alle 50 Jahre) dekoriert. Hochverdienten Beifall ernteten Alfred Hünseler (Würding), Otto Rupp (Bad Griesbach) sowie Manfred Renner und Günther Müller (beide Pocking) als unfallfreie Fahrer über sechs Jahrzehnte hinweg.

"Mit ihren Präventiv-Maßnahmen leistet der Verkehrswacht-Stützpunkt Passau-Stadt und -Land einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit", zollte Landrat Franz Meyer allen engagierten DVW-Kräften auch im Namen von Bürgermeister Jürgen Fundke (Bad Griesbach) sowie dessen Pockinger Amtskollegin Rosemarie Freudenstein Dank und Anerkennung zur Minimierung des Verkehrsrisikos. − nö

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Pockinger Stützpunktversammlung der Deutschen Verkehrswacht (v.l.): Michael Protze, Otto Reindl (beide 50 Jahre unfallfreies Fahren), Bürgermeister Jürgen Fundke, Ulrike Graßl (40), stv. Bürgermeisterin Rosemarie Freudenstein, Landrat Franz Meyer, Marion Brückl (40), Alfred Hünseler (60), Sebastian Ernst (50), DVW-Geschäftsführer Otmar Bauer und Manfred Renner (60). −Foto: Nöbauer

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